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Warum die Realtiät immer spannender wird und stärker macht | I Am Malala • Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben

Sonntag, Januar 8 | 14 Beloved Words



Non-Fiction Bücher bringen uns neue Perspektiven in den eigenen Kopf, wodurch wir selbst Ideen schaffen. Sie lassen mich Aufregendes, Reales miterleben. Danach geht man selbst als motivierte, faszinierte und manchmal auch veränderte Person hervor. Es scheint wie eine "innerliche Fortbildung" zu funktionieren, eine Weiterentwicklung auf geistiger Ebene, die Gedanken hervorbringt während sie mit Routine im Kopf bricht. Es ist eine Erfahrung, oft genug eine ganze Lebzeit, die erzählt wird und mitnimmt. Seitdem ich an solchen Büchern einen Narren gefressen habe, will ich euch die zwei besten vorstellen, die ich letztes Jahr gelesen habe.

I Am Malala • Malala Yousafzai with Christina Lamb

ICH BIN SCHON seit einigen Jahren begeisterte Beobachterin von Malala Yousafzais Lebensweg. Ich hab mitbekommen, wie sie den Friedensnobelpreis gewonnen und eine aufrüttelnde Rede vor der UN hielt. Videos und Artikel über sie hab ich sofort aufgesogen und sie bewundert. Allerdings hat mir ihre Biografie nochmal ganz neu eröffnet, wer sie ist, sogut man das von einer Fremden, aber berühmten Person sagen kann.
Was mir wahrscheinlich am meisten an diesem Buch gefallen hat: Die Beschreibung und Erklärung pakistanischer Politik und Geschichte. Die Erzählung im Buch geht Hand in Hand mit Malalas persönlicher Geschichte, die nicht erst bei ihrer Geburt ansetzt, sondern weitreichend auch ihre Familie und vor allem ihre Eltern ausführlich miteinbezieht.
Als im Westen geboren, auf- und erzogener Mensch würde ich mich offen, über-den-Tellerand-blickend und interessiert an der Welt beschreiben. Es hat sich mir aber vieles Neues erschlossen durch die klaren Darstellungen komplizierter Ereignisse in Pakistan und wie alles in der Beziehung zur westlichen Welt in einem muslimischen Land steht. Politische Abläufe, Regeln und Machtverschiebungen und gleichzeitig die Rolle von Malala, von ihrem Vater darin werden Schritt um Schritt aufgebröselt. Dies passiert meist, aber nicht jedes Mal, chronologisch. Oft genug wird nämlich wieder mehr auf persönliche Leben, Bräuche und Schicksale eingegangen. Dadurch lernt man von der Pastho-Kultur (das Volk dem Malala angehört in Pakistan), ihren Traditionen und ebenso deren Blick auf die Welt, der zwar anders, und doch verständlich ist.

Was mir während des Lesens immer mehr durch den Kopf schoss war der Gedanke, dass Malala tatsächlich ein ganz normales, gleichauf besonderes Mädchen ist und wie sehr sie mich inspiriert damit. Viele ihrer Anekdoten in der Schule und Zuhause haben mich an mich und meine Freunde, Freundinnen und Familie erinnert. Mir gefiel immer ihre Liebe zu Büchern und ihre Beziehungen zu ihren besten Freundinnen. Diese verschiedenen Erklärungen, Geschichten und Anekdoten passen so perfekt zusammen, dass ich Malalas Biografie ganz stark jedem ans Herz lege, der sie als ganze Person und nicht nur eine Facette von ihr kennen will.

Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben • Matt Haig

Es gibt das Klischee, dass Leute, die viel lesen, einsam sind, aber für mich waren Bücher der Weg aus der Einsamkeit heraus. Wenn man zu den Leuten gehört, die zu viel nachdenken, gibt es nichts Einsameres auf der Welt, als von Leuten umgeben zu sein, die eine völlig andere Wellenlänge haben.
- S.163
MATT HAIG HAT hiermit eine andere Art von Biografie oder Sachbuch (im weitesten Sinne) geschaffen. Er wirft uns hinein in seine Gedankenwelt und arbeitet nur langsam auf, was um seine Depression herum geschah. Das Buch macht es möglich, sehr gut zu veranschaulichen, was in Haig vorging, was er dachte und fühlte. Es geht dabei weniger um medizinisch oder psychiatrisch korrekte Erlärung oder einen "perfekten Weg zur Heilung" und viel mehr darum, was die Depression mit einem macht, wie sie einen Menschen fühlen lässt. Das erschien mir beim Lesen so unfassbar informativ, ich hatte zum ersten Mal das Gefühl, nachvollziehen zu können, was bei einer Depression passiert. Obwohl er sehr veil von seinem Innenleben, seinen privaten Ängsten und gedanken presigibt, entstand für mich als Leserin eine angenehme Atmosphäre. Das hat einiges damit zu tun, dass er darauf eingeht, was ihn aus den Tiefen holen konnte. Er gibt Beispiele, was ihm half und auch was nicht, außerdem erzählt er von guten Momenten, wenn sein Umfeld ihm unter die Arme greifen konnte.

Sehr beeindruckend sind die Form und der Schreibstil von "Ziemlich gute Gründe, um am Leben zu bleiben". Die Kapitel sind meist sehr kurz gehalten, oft nur 2-3 Seiten lang. Und die Sprache ist simpel, gleichzeitig spannend. Eingebettet in Gedanken-Monologe sind Gespräche mit seiner Freundin, seinen Eltern. Ich war oft fasziniert, wie klar Matt Haig durch knappe Sätze zu mir durchdringen konnte. Wer ist nicht schonmal Grüberl oder Grüblerin gewesen? Seine Beschreibungen haben mich persönlich überraschend gut getroffen und Dingen eine Bezeichnung gegeben, die sonst nur gefühlt oder intuitiv für eine Sekunde gedacht werden.
Trotz des intensiven Themas des Buches, war es schnell und leicht zu lesen, vor allem, wenn ich keine Zeit hatte, um mich sehr lange zu konzentrieren. Matt Haig hat mir wieder und wieder in wenigen Kapiteln sehr viel Erfahrung und Entwicklung eingehaucht.

Was haltet ihr von Malala? Was wisst ihr über Depression?
 Welche Non-Fiction Bücher kennt ihr? Gibt's Empfehlungen?

Kommentare:

  1. Huhu :)

    Gerade erst habe ich gedacht, dass ich mich mal mehr mit inspirierenden Frauen befassen sollte (Hatte gerade die letzte Rede von Michelle Obama als First Lady gesehen) und da kommst du mit Malala um die Ecke. Natürlich sagt mir der Name was, aber nach deinem Post hab ich jetzt doch Lust, auch mal mehr über sie zu lesen.


    "Ziemlich gute Gründe am Leben zu bleiben" war ein so unfassbar wichtiges Buch für mich. Mit zwei mir sehr wichtigen Menschen, die beide an Depressionen leiden, war es für mich unglaublich informativ mal zu lesen, wie sich Depressionen für Betroffene anfühlen. Denn wenn man privat mit Betroffenen zu tun hat, helfen einem ja klinische Fakten nicht viel weiter.

    Ich fürchte, das, was ich an Non-Fiction lese, ist fast alles Kriminalistik/Rechtsmedizin und die meisten Menschen finden es etwas eklig ^^.

    Alles Liebe :),
    Charlie

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    1. Für mich war Haigs Buch persönlich auch wichtig! Mir geht's ähnlich, mir Nahstehende Menschen (teilweise Familie) haben oder hatten Depression und darüber mit mir geredet, aber sein Buch hat sehr viel nochmal besser aufgeklärt!

      Wie witzig, hab letztens auch ihre Rede angeschaut und dann das Interview mit Oprah! Malala kann tatsächlich auch super Reden halten, ich werds im Post noch verlinken, hatte das vergessen. Im Buch spricht sie übrigens auch darüber, wie sie gelernt hat, Reden zu halten, in pakistanischen Schulen ist das wohl ein Aufgabenbereichen!
      Sie ist, meiner Meinung nach, wichtig für uns als junge Menschen, da sie im gleichen Alter ist und demonstriert, was jede und jeder erreichen und überstehen kann. Auf jeden Fall inspirierend =)

      Ach echt? Das wusste ich ja noch gar nicht! Mich interessiert das nicht ganz so sehr, aber interessant, was es alles gibt. Ich werde auf jeden Fall, mich noch mehr - auf goodreads wahrscheinlich - informieren und vor allem auch Biografien lesen.
      Danke für das Kommentar und alles Liebe zruck!

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  2. Hey Leyla,

    toller Beitrag! Ich hatte ihn letzte Woche schon gelesen und wollte unbedingt noch meinen Kommentar "nachtragen";D Allein schon deine Einleitung, wieviel man durch diese Bücher lernen kann♡
    Über Depressionen weiß ich wegen persönlicher Erfahrungen leider viel zu viel, aber auf Matt Haigs Buch bin ich trotzdem noch sehr gespannt. Damit psychische Erkrankungen kein Tabu-Thema mehr sind, ist es einfach vonnöten, dass man besser verstehen kann, wie sich eine solche Krankheit äußert und für die Betroffenen anfühlt. Mal sehen, wann ich es endlich schaffe zu lesen... Und Malalas Geschichte mag ich nun auch gern lesen;)

    Liebe Grüße und noch einen schönen Sonntag,
    Eli

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    1. Danke Elli! Das geht mir genauso mit deinen Posts, wird noch einiges an Kommentaren von mir kommen, mach dich gefasst =D
      Schön, dass dich das erreicht hat, ich hab letztes Jahr immer wieder viel darüber nachgedacht, weil es mich eben bewegte, was man dadurch mitbekommt fürs Leben! Ahh, dann könnte ich mir in etwa (natürlich nicht vollkommen) vorstellen, wie interessant und gleichzeitig guttuend Haigs Buch sein kann! Es ist schon für mich angenehm und eben viel Aufklärung auf eine andere Art gewesen.
      Beide Bücher sind absolute, uneingeschränkte Empfehlungen! Ich würds am liebsten jeder und jedem an den Kopf werfen =D
      Liebe Grüße zruck!

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  3. Echt guter Beitrag!
    Das Buch Iam Malala möchte ich auch noch gerne lesen,da ich sie einfach unheimlich beeindruckend finde, das zweite kam mir vom Titel her etwas bekannt vor, aber du hast mich da jetzt richtig neugierig drauf gemacht

    Liebe Grüße
    Lydia :)

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    1. Dankeschön, freut mich! Habe auch deine Nachricht auf goodreads schon gelesen und werde dir bald antworten (Ich gehe jetzt mal davon aus, dass du die gleiche Lydia bist ;).
      Es ist tatsächlich sehr spannend alles von ihrer Perspektive aus zu erfahren! Gleichzeitig gibt sie aber noch so viel mehr mit als ihr Leben, wie schon oben beschrieben, die ganze Geschichte Pakistans und sehr viele Erklärungen zur Pashto-Kultur lernst du gleich dazu! Ich schreibe nur in Ausrufezeichen, weil das Buch so verdammt toll ist! =D
      Ach echt? Ziemlich gute Gründe, am leben zu bleiben hat letztens Jahr - dachte ich - einen großen Hype ausgelöst, den ich nur am Rande mitbekommen hab. Erst als ich rausfand, worum es geht, wurde ich tatsächlich darauf aufmerksam. Auf jeden Fall ist es superspannend und meiner Meinung nach auch wichtig für Verständnis innerhalb der Gesellschaft, um Depression als Krankheit wahrzunehmen.
      Liebe Grüße zruck!

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    2. Was Hypes angeht bin ich eh immer die letzte, die davon was mitkriegt :D, aber die Bücher werde ich mir jetzt aufjedenfall ganz schnell besorgen müssen!

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    3. Und ja ich bin die gleiche Lydia:)

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  4. Hallo Leyla,

    danke für dieses Einblick in zwei Bücher, die seit kurzem auf meiner Wunschliste stehen und auf die ich durch deinen Post gerade noch mehr "Lust" habe.
    Gerade Malalas beeindruckende Geschichte fasziniert mich sehr, ins Besondere auch die Darstellung einer anderen Kultur.
    Von Matt Haig finde ich es ziemlich bemerkenswert, dass er mit seiner Depression an die Öffentlichkeit geht und sie anscheinend so nachvollziehbar beschreibt.

    Liebe Grüße
    Dana

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    1. Gerne! Das tollste ist an Rezis für mich immer, dass ich Anderen zu guten Büchern und mit diesen hier vor allem auch wunderbaren Erfahrungen verhelfen kann. Die Lust solltest du also sehr bald ins Lesen stecken ;)

      Sie ist wirklich spanned, man lernt sie von einer ganz anderen Perspektive kennen als "Das Mädchen, das von den Taliban angeschossen wurde", sondern viel mehr sie als Person, nicht die Living Legend.
      Das hat mich auch beeindruckt, schon Biografien im Allgemeinen sind natürlich eine völlige Offenbarung, aber mit einem ganzen Buch auf eine eigene Krankheit und die intimen Schwierigkeiten damit einzugehen - das können wahrscheinlich nur die Stärksten. Und so gut? Bis jetzt kenne ich nur Matt Haig. ^^
      Liebe Grüße zruck!

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  5. Bei "Supernatural" sind einfach alle Songs unglaublich gut, besonders liebe ich immer "Carry on my Wayward Son" in den Rückblicken! SO gut!
    "Stranger Things" und "Peaky Blinders" musst du dir echt mal anschauen, die beiden sind richtig klasse!
    Und "Narcos" kenne ich noch gar nicht, werde es mir aber auf jeden Fall mal auf die Liste setzen! Klingt nämlich echt spannend! :)

    Von "I am Malala" habe ich jetzt auch schon so viel gehört und möchte es unbedingt auch mal lesen! Non-Fiction ist eigentlich nicht so wirklich mein Genre, aber die ganze Thematik ist wirklich wahnsinnig interessant!

    Ganz liebe Grüße!

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    1. Die Rückblicke am Anfang der Staffel sind episch! Mittlerweile schau ich manchmal Folgen nur deswegen nochmal an - Ist eine der wenigen Serien, wo ich extra zurückspule bei Netflix, wenn es automatisch weitergehen soll =D

      Werde ich sobald wie möglich machen! Derzeit gucke ich eher The Big Bang Theory nach der Arbeit manchmal, weil für mehr leider keine Zeit bleibt. Narcos ist suuuuuper gut gemacht und spannend und nochmal spannender, weil alles ja auf wahren Begebenheiten beruht!

      Non-Fiction hab ich auch erst seit letztem Jahr so richtig entdeckt und bin seitdem begeistert. I am Malala ist bis jetzt wirklich eines der besten, das ich gelesen hab in dem Genre - kanns dir absolut empfehlen!
      Ganz liebe Grüße zruck!

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  6. Liebe Leyla,

    Malala hat mich ganz tief beeindruckt und die Inhalte dieses besonderen Buchs werde ich nie vergessen. Schon durch die Presse hatte ich alle Informationen über Masala aufgesaugt, aber ihr Buch hat mich zutiefst beeindruckt. Ganz bestimmt werde ich dieses Buch ein zweites Mal lesen.

    Viele liebe Grüße

    Anja von Nisnis Bücherliebe

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    1. Hey Anja!
      Kann ich mir super vorstellen, dass es alle bewegt, die es lesen. Die Presse veröffentlicht natürlich vieles über sie und Ausschnitte von dem, wer sie ist und was sie sagt. Über das Buch wird man aber echt nochmal mehr informiert und ja, ganz klar, beeindruckt.
      Ich denke auch, dass ich das Buch noch einige Male lesen werde oder - wenn nicht genug Zeit ist - bestimmte Kapitel/Ausschnitte mir nochmal in Gedanken rufen. Es kurbelt den eigenen Kopf richtig an, von Malalas Lebensweg zu erfahren.
      Viele liebe Grüße zruck!

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